Kohlenhydrate — Energie für das Training I

Zwischen der Verbrennung von Nährstoffen im menschlichen Körper und der Verwertung von Energieträgern wie Kohle, Öl oder Gas in einer Verbrennungsmaschine lassen sich gewisse Ähnlichkeiten aufzeigen. Sowohl die Nährstoffverbrennung im Körper als auch die Benzinverbrennung im Auto werden z. B. in Kcal bzw. K-Joule berechnet, beide Vorgänge laufen letztlich unter Beteiligung von Sauerstoff ab, und beide liefern schließlich mechanische Energie oder Wärmeenergie.

Da nun der menschliche Körper aus naheliegenden Gründen nicht die Betriebstemperatur eines Automotors erreicht, muss seine Verbrennung gedrosselt werden, sie läuft deshalb über verschiedene Zwischenstufen ab. Im Gegensatz zur Maschine ist der Mensch allerdings in der Lage, eine sehr große Anzahl verschiedener Nahrungsmittel zur Verbrennung heranzuziehen, während das Auto oft mit nur einer einzigen Sorte Benzin ohne Schaden zu betreiben ist.

So wie ein sportliches Auto mit einem größeren oder stärkeren Motor mehr Benzin, d. h. Energie pro Zeiteinheit verbraucht, so ist auch der Energieverbrauch eines mit trainierten Muskeln ausgestatteten Kraftsportlers erheblich höher als der eines „Normalverbrauchers“.

Das gilt selbstverständlich auch im Leerlauf, d. h. dass ein trainierter Muskel ähnlich einem großen Motor im Leerlauf auch in Ruhe mehr Energie aufnimmt als eine kleinere, untrainierte Muskulatur. Zum Bedauern aller Fettleibigen gilt dies jedoch nicht für große Fettmassen, die zu ihrem Erhalt schon mit sehr wenig Energie auskommen.

Unter der Voraussetzung eines regelmäßigen Trainings können Kraftsportler je nach Gewichtsklasse somit schnell auf einen Energieverbrauch von bis zu 6000 kcal (ca. 25000 kJ) kommen, allgemein kann man von ungefähr 70 kcal pro kg Körpergewicht ausgehen. Wer also mit 100 kg (fettarm) an den Start geht, benötigt sogar noch etwas mehr, sofern er wirklich intensiv trainiert.

Energieumwandlung

Diese Energie wird aber keineswegs vollständig in körperliche Arbeit umgewandelt, denn sonst stünden uns wahrhaft riesige Kräfte zur Verfügung. Ähnlich einer Glühlampe, bei der nur etwa 5% der zugeführten elektrischen Energie bestimmungsgemäß in Licht übergeführt wird, verwandelt die Muskulatur nur etwa 20% bis 30% der verbrauchten Energie in mechanische Energie, d. h. in Muskelarbeit. Der große Rest wird genau wie bei der Glühbirne in Wärmeenergie umgewandelt und an die Umgebung abgeführt.

Bei isometrischer Anstrengung, wenn also ein Gewicht lediglich ruhig gehalten wird und somit im physikalischen Sinne keine Arbeit geleistet wird (Arbeit = Kraft x Weg), ist der mechanische Wirkungsgrad sogar 0%, d. h. sämtliche Energie wird jetzt in Form von Wärme freigesetzt. Diese überschüssige Wärme wird durch Abstrahlung und Verdunstung (z. B. Schwitzen) abgegeben, da der Körper nicht zu weit über seine optimale „Betriebstemperatur“ hinausgehen darf. Es ist also nicht sinnvoll, diese Wärme- und zumeist auch Schweißabgabe durch irgendwelche Maßnahmen (z. B. Drosselung der Flüssigkeitszufuhr) einzuschränken.